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Warum ein Saarloos?


Liebe Leserin, lieber Leser,

zuerst einmal möchte ich mich Ihnen vorstellen und erklären, warum ich diese Kolumne schreibe.
Mein Name ist Barbara und ich bin, mit meinem Mann zusammen, stolze Besitzerin einer rasant wachsenden jungen Saarloos Dame namens Côlwen.
Ich möchte Sie an meinen noch sehr frischen Erfahrungen mit einem Saarloos Wolfhund berichten und Ihnen vielleicht so die Rasse, wie ich sie erlebe näher bringen.

Vor einem Jahr im Sommer ist unsere treue alte Schäfer-Labrador Dame Mona gestorben. Nach ihrem Tod war erst einmal keine Idee und kein Bild da, was als nächstes für ein Hund bei uns einziehen könnte. Mona kam als Problemhund zu uns hat uns sehr viel gelehrt. Für mich kam also erst einmal kein „einfacher“ Hund ohne Herausforderung in Frage. Vor Jahren hatte ich auf einer Messe einmal diese „Wölfe“ gesehen und mich damals schon heimlich in sie verliebt. Irgendwann war es an der Zeit, wieder einen Hund in unser Leben zu rufen. Doch was sollte es nun also sein.

Der Saarloos Wolfhund hatte mein Interesse geweckt, also fing ich an, mich intensiver zu erkundigen. Das erste was ich las, war der sehr ehrliche und teilweise erschreckende Erlebnisbericht von Carmen und Willi Tischler über ihre Hündin Nisha. Dieser Bericht erschreckte mich fast ebenso sehr, wie er mein Interesse an dieser Rasse verstärkte. Ich begann im Internet zu suchen und alles über die SWH zu lesen. In vielen Foren war ein Bericht erschreckender als der andere und so beschloss ich, nach einem Züchter in der Nähe zu schauen und mir diese Hunde einfach einmal anzusehen. Wir besuchten Züchter, lernten Saarloos Besitzer kennen und sahen von extremst scheu bis vollkommen offen einfach alles. Wir schwankten zwischen vollkommen erschrocken bis zu total begeistert. Warum haben wir uns letztendlich nun für einen Saarloos entschieden? Ich persönlich liebe Herausforderungen. Der Satz „Einfach kann jeder!“ verfolgt mich schon mein Leben lang. Eine Herausforderung kann man bekommen mit einem Saarloos. Ich habe seit meiner Geburt Hunde um mich herum, konnte schon einigen Menschen helfen mit ihren Hunden besser zu kommunizieren und behaupte mich recht gut mit Hunden auszukennen. Doch mit unserer kleinen Côlwen durfte ich meinen Blickwinkel wie Hunde sein können vollkommen verändern. Ich dachte, ich kenne (alle?!) Hunde und weiß alles über sie. Doch Côlwen bringt mir so viele neue Aspekte eines Hundewesens bei, dass ich mich wirklich frage, wie ich jemals auf die Idee kommen konnte zu behaupten, alle Hunde zu kennen.

Saarloos sind in der Tat einfach anders!

Mir gefällt die extrem natürliche und ursprüngliche Art zu kommunizieren, das besondere Wesen, die Liebe und Anhänglichkeit zu ihrem Rudel, das soziale Wesen unserer Hundedame, ihre Feinheit und die Gabe, mir die Stimmung und Energie eines jeden Menschen (und natürlich auch immer von mir selbst) zu zeigen. Ich kann in jeder Minute des Tages an meinem Hund ablesen wie meine Stimmung ist. Côlwen reagiert auf die kleinste Stimmungsveränderung und zeigt mir auch immer die Energie und Stimmung meines Gegenübers an. Ich gebe Seminare und Côlwen ist immer mit dabei. Sobald die Haustüre aufgeht und ein Teilnehmer vor der Tür steht, weiß ich wie derjenige „drauf“ ist. Ich muss mir nur Côlwens Reaktion ansehen und kann ziemlich genau einschätzen wer mir gegenüber steht. Das ist unbezahlbar, aber auch anstrengend. Durch den Spiegel, den Côlwen mir ständig vor die Nase hält, kann ich mich sehr gut selbst weiter entwickeln, bekomme aber auch jede Unzulänglichkeit und miese Laune sofort präsentiert.

Fangen sie mal einen Saarloos ein, wenn sie es eilig haben, unter Stress stehen, weil sie zu einem Termin müssen und der Hund Ihnen sagt: „So gestresst wie du bist, komm ich nicht zu dir! Auf gar keinen Fall!“ Da lernt man sehr schnell sich zu kontrollieren, runter zu kommen und tief durchzuatmen. Jeder der mal eine Stunde durch den Garten gerannt ist und versucht hat einen bockenden Saarloos einzufangen wird feststellen, dass es sehr viel effektiver ist, sich selbst wieder „einzufangen“, ruhig zu werden und den Hund mit einer ruhigen Energie einzuladen zu sich zu kommen. So zumindest meine Erfahrung mit unserem Saarloos. Am Anfang habe ich oft gelesen, einen Saarloos könne man nicht erziehen. Das ist vollkommen falsch! Aber wenn man denkt, einen Saarloos könne man wie einen Schäferhund zu blindem Gehorsam erziehen, wird umdenken müssen. Mein Saarloos und ich erziehen uns gegenseitig. Sie erzieht mich zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit und ich bin bemüht sie zu überzeugen meine Kommandos zu akzeptieren und das zu tun, was ich von ihr möchte. Aber dazu später mehr.

Wir haben uns für einen Saarloos entschieden, weil wir die Möglichkeit dazu haben. Ich bin selbständig und arbeite von Zuhause aus. Und wenn ich zu einem Kunden fahre, dann kommt Côlwen einfach mit. Meine Zeit kann ich mir selbst einteilen und habe somit auch (meistens) die Zeit den sich im Garten versteckten, bockende Hund einzufangen oder mich mit anderen Hundebesitzern samt Hunden zu treffen, damit unser Mädchen Abwechslung hat, ihre soziale Art behalten kann und mit anderen spielen kann.

Verfasst von Barbara K.U. Franke, Januar 2016
www.tierkommunikation.eu



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