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Themenwanderung mit Saarloos Wolfhunden


Eine Hundetrainerin bei uns in der Nähe bietet öfters Sozialspaziergänge an, bei denen ich zweimal mit meinen zwei Saarloos Wolfhunden dabei war. Die gleiche Trainerin bot jetzt eine Themenwanderung an „der unverstandene Hund“. Es ging um Körpersprache, wie Hunde lernen etc. Mir ging es weniger um das Thema sondern eher darum mit unterschiedlichen unbekannten und vielleicht etwas schwierigeren Hunden zu laufen - rein zur Übung.

Wir trafen uns um 9 Uhr. Empfang war ein Sektfrühstück und Theorie. Die Hunde mussten solange im Auto bleiben. Meine Saarloos haben eigentlich kein Problem mal im Auto zu bleiben und das Wetter war kalt genug dafür. Aber sie konnten mich vom Auto aus sehen und genau das hätte ein Problem sein können. Denn sehen sie mich nicht, schlafen sie im Auto. Aber bin ich sichtbar, verstehen sie nicht, dass sie nicht zu mir können. Ich war daher sehr gespannt, ob meine Innenausstattung vom Auto noch ganz ist. Außer ein paar Haare auf den Vordersitzen und eine extreme Begrüßung, stellte ich nichts fest. Sie waren wirklich brav.

Danach wurde ein ca. einstündiger Spaziergang durchgeführt zu einer großen Wiese. Es waren 14 Hunde – Rüden und Hündinnen (teilweise intakt). Die Mischung war sehr gut – es waren jegliche Rassen dabei – vom Deutschen Pinscher über Prager Rattler, Australian Shepherd bis hin zum Berner Sennenhund und Galgo war alles vertreten. Die erste Zeit mussten alle an der Leine laufen. Später dann an der Schleppleine – wegen der Setzzeit. Manche blieben auch an der kurzen Leine. Meine liefen an der Schleppe. Sind sie nicht gewohnt, da ich sie immer unangeleint laufen lasse, aber als Übung völlig in Ordnung.

Der Beziehungstest sollte zeigen in welcher Beziehung Halter und Hund stehen. Erst ist der Halter weg gelaufen ohne den Hund zu rufen oder zu beachten. Danach hat der Halter mit dem Hund gespielt (ohne Hilfsmittel) und im Spiel sollte dann der Halter „tot“ umfallen. Die Trainerin wollte sehen, ob erstens der Hund seinem Halter folgt, wie er spielt (z.B. ob er pöbelt) und wie sich der Hund benimmt, wenn der Halter „tot“ umfällt.

Da ich zwei Saarlooswolfhonden dabei hatte, war mit eigentlich klar, der Test wird nicht funktionieren, da man den Test immer nur mit einem Hund machen sollte und den zweiten Hund an einen Baum festbinden sollte. Einen Saarloos an einen Baum festfinden und weg gehen – ein Ding der Unmöglichkeit. Dennoch habe ich es spaßhalber versucht. Als erstes band ich meine Hündin Enisha (2 Jahre) an einem Baum und lief dann weg. Boston (6 Jahre) folgte mir. Allerdings weinte natürlich Enisha und Boston musste nach 20 m umdrehen und zu ihr rennen. Er begrüßte sie und legte sich neben sie. Nur wenn ich weiter weg gelaufen wäre, wäre er mir irgendwann gefolgt. Aber Enisha hätte sich dann entweder erdrosselt oder die Leine durchgebissen. Ich versuchte es dann noch andersrum, in dem ich Boston an den Baum band und wieder weg lief. Enisha folgte mir. Mit ihr konnte ich spielen. Als ich „tot“ umfiel, war sie unsicher, was sie machen soll. Sie stand neben mir, schaute immer wieder zu Boston und dann wieder zu mir. Als ich mich nur ein leichtes bisschen bewegte, rannte sie zu Boston. Die Wiedersehensfreude war natürlich – typisch Saarloos – extrem, als wenn sie Jahre getrennt gewesen wären. Als ich wieder am Baum ankam um Boston zu befreien, machten beide natürlich Freundenluftsprünge. Der Beziehungstest brachte natürlich – außer Belustigung der anderen – nichts. Das war mir und auch der Trainerin von vornerein klar. Nur natürlich nicht den anderen Teilnehmern.

Weitere Test´s wie z.B. den Hund erahnen – machte ich nicht mit. In dem Test „Hund erahnen“ bekommt der Halter eine Augenbilde und Kopfhörer auf. Der Hund wird von einem anderem gehalten und der Halter soll dann an allen Hunden vorbei gehen und fühlen ob er seinen Hund erahnen kann. Dies ist eigentlich nur ein Spaß, um einfach festzustellen wie sensibel der Halter ist. Auch das wäre mit meinen Saarloos nicht möglich gewesen. Wenn ich weg gehe und wiederkomme – dann brauche ich sie nicht erahnen, denn sie hüpfen vor Freude rum und vor allem heulen sie, wenn ich weg gehe und sie nicht mitkommen können.

Bei den Fotos waren meine Zwei natürlich klasse. Denn sie waren durch den Beziehungstest sehr aufgeregt und daher reagierten sie sich ab in dem sie miteinander wild spielten.

Nachdem alle die verschiedenen Übungen durchgeführt haben, liefen wir eine weitere Stunde durch den Wald zu einer Grillstelle, um dort zu grillen. Gegenüber von dieser Grillstelle war ein märchenhafter Platz mit umgefallenen vermoosten Bäumen. Dieser Platz wurde auch wieder für Fotoshootings genutzt.

Nach dem Grillen und essen ging es zurück zum Auto – rund 45 min laufen. Diesmal liefen meine Hunde als Einzige (außer der Hund der Trainerin) ohne Schleppleinen. Als wir an den Autos ankamen, gab es noch eine kurze Besprechung, denn die Trainerin wollte gerne unsere Meinungen, Einschätzungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge hören.

Für mich und meine Saarloos war es eine schöne Abwechslung und Übung mit anderen uns unbekannten Hunden zu laufen und auch mal wieder Rassen dabei zu haben, die sie gar nicht kennen.

Die Trainerin hat wie die meisten Trainer keine Ahnung von Saarlooswolfhonden. Das Schöne bei ihr ist aber, dass sie nicht versucht, mir zu erklären wie ich mit ihnen umzugehen habe. Sondern das sie es akzeptiert und es selbst sehr interessant findet, die Körpersprache und den Umgang untereinander zu sehen.

Boston lief kurzzeitig mit Mauli um fest zu stellen, ob er mit irgendeinem Rüden ein Problem hat. Ich finde einen Maulkorb besser als an der Leine an zu ziehen. Er hatte wie üblich bei solchen Veranstaltungen keinerlei Probleme und durfte dann frei und ohne Mauli laufen. Im Gegensatz zu Saarloos Treffen, denn da mag er viele Rüden nicht. Ich denke jedoch das liegt an zwei Dingen: erstens weil wir meistens vor einem Saarloos Treffen mit einigen Hündinnen spazieren gehen und er diese dann als seine ansieht und zweitens weil er Saarloos Rüden eher als Konkurrenz sieht als Rüden anderer Rassen.

Meine Saarloos sind im Gegensatz zu vielen anderen Saarloos nicht scheu bzw. Boston nicht mehr. Ich finde aber gerade solche Spaziergänge für Scheue sehr wichtig. Jegliche Veranstaltungen mit vielen Hunden und Menschen ist immer eine gute Übung.

Den nächsten Sozialspaziergang und/oder Themenwanderung machen wir sicher mit.

Dieser Sozialspaziergang inkl. Sektfrühstück, Grillgut und 5 professionellen Bildern (inkl. Bildbearbeitung) kostete pro Person mit Hund, der aktiv bei den Spielen etc. teilnahm € 47,--. Für nicht aktive Hunde € 35,--. Es ging von 9 Uhr bis abends 18 Uhr.

…geschrieben von Anke Lohausen, November 2016
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